Ein Jahr mit Hund

Tatsächlich,  Pebbels ist nun ein Jahr bei uns. Wieder frage ich mich wo ist die Zeit geblieben? Während ich hier schreibe liegt sie ganz ruhig neben mir und döst ein wenig in den Tag hinein, oder aber sie verdaut gerade ihr Ei, welches sie jede Woche einmal bekommt. Sie liegt da, ich schaue zu ihr und sehe wo das Jahr geblieben ist. Groß ist sie geworden, auch wenn sie eher klein ist im Vergleich zu ihren Geschwistern.  Etwas zauselig sieht sie im Moment aus, das lange dicke Fell hat sie nach ihrer Läufigkeit fast komplett verloren, nur eine Art Backenbart ist geblieben, sie sieht ein bisschen aus wie Bismark auf alten Ölgemälden. Aber selbst wenn sie grün weiß kariert wäre, würde sie doch für uns immer die allerschönste sein, unser Hund, unsere Süße.

Pebbels

Nie hätten wir gedacht wie sehr man sich in dieses Wesen so verlieben kann. Der Gedanke an einen Hund war schon längere Zeit da, besonders bei Sarah. Klar, als sie klein war fragte sie immer mal danach. Alle haben Hunde, nur wir wieder nicht. Aber erst mal war jedes Nachfragen nicht von Erfolg gekrönt. Dann bekamen unsere Nachbarn einen neuen Hund, der Vorgänger, ein golden Retriever , war mit 16 Jahren gestorben. Als der Neue einzog, stellten sie ihn uns vor. Es schellte, ich ging zur Tür und da stand ein schwarzer Riese und wedelte uns freundlich an.  Er ging gleich auf Martin zu . Ich dachte  nur Auweia, wohl wissend dass Martin durchaus das ein oder andere Problemchen mit großen Hunden hatte. Und was passiert, er streckt die Hand aus und sagt: "Den hätte ich auch genommen".
Da war er, der Satz der alles verändern sollte.
Plötzlich war der Gedanke" Hund" gar nicht mehr so weit weg. Doch dann hatte ich Zweifel, wer würde meist raus müssen, ich, wer würde sich meist um alles kümmern müssen ,ich. Auch der Gedanke an die Hinterlassenschaften , an die Pflege ,an die Erziehung , machte mir nun Angst. Trotzdem wurde überlegt, was soll es denn nun sein, zu jeder Rasse gab es irgendwas Negatives, was uns zu problematisch erschien. Oder aber, ich gestehe es, da war das Aussehen nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Plötzlich fiel mir ein Fernsehbericht ein, über eine neue Züchtung, den Namen hatte ich vergessen. Nach langer Suche im Internet hatte ich ihn dann, Elo, so hieß diese Rasse. Ich suchte Fotos und war begeistert, so sollte unser Hund aussehen . Ich zeigte die Bilder Sarah und Martin, auch sie waren sofort angetan. Die Suche mach einem Züchter war da schon schwieriger, aber wir haben sie dann gefunden, unsere Züchterin. Martin rief sie an und wir vereinbarten einen Termin. Ich war auf einen Kleinelo fixiert, meine Bedenken kamen immer wieder hoch. Es waren zu diesem Zeitpunkt aber nur Groß-Elos da, mir war mulmig. Als wir aber die kleinen Mäuse sahen, war klar, einer von ihnen wird es sein. Nur wuschelig sollte sie sein und ein Mädchen. Sieben Wochen später holten wir sie ab, unsere Pebbels. In diesem Augenblick wussten wir noch nicht was wir uns da holen, keinen Hund, nein eine kleine Zauberin, die mit jedem Tag den sie bei uns ist unsere Welt mehr verwandelt. Wenn man sie ansieht bleibt nichts anderes mehr über als zu lächeln. Es gibt kein Foto mit ihr und den Menschen um sie herum auf dem nicht gelächelt wird. Man freut sich so sehr wenn sie einen begrüßt, wenn sie einen nur ansieht, das kann nur eine besondere Magie sein die sie da ausübt. Bedenken, welche auch immer, haben sich völlig in Luft aufgelöst. Worte wie Hundebesitzer oder Hundehalter sind der Blödsinn an sich, sie besitzt uns, nicht umgekehrt. Natürlich spürt man den Ärger wenn gnä Frau sich mal wieder auf Hasenjagt begibt, im Maisfeld verschwindet, um dann völlig ausgepowert aber glücklich wieder erscheint. Dann kommt er , dieser Blick, die Zauberkraft die kein Entkommen zulässt. Schon wissen wir wieder, es ist unsere Schuld wenn sie Dinge tut die sie eigentlich nicht tun soll. Aber was tut sie schon schlimmes, sie lebt ihr hoffentlich langes , fröhliches Hundeleben und wir können glücklich sein, das sie uns genau daran teilhaben lässt.